Neue Nutzung für den Bestand – Umnutzung zur AWO-Tafel

Den Bestand weiterdenken

Aus einer Gewerbefläche wird ein Ort sozialer Unterstützung  

Mit der Umnutzung einer ehemaligen Ladenfläche zu einer Tafel der Arbeiterwohlfahrt (AWO) wurde ein bestehender Gebäudebestand für eine neue, gesellschaftlich wichtige Nutzung weiterentwickelt. Aus den ehemals als Küchenstudio genutzten Räumen entstand ein funktionaler Ort für die Ausgabe von Lebensmitteln und die Unterstützung von Menschen, die auf das Angebot der Tafel angewiesen sind.

Den Bestand weiterdenken  

Leitgedanke der Planung war der bewusste Umgang mit dem Vorhandenen und für die gemeinnützige Aufgabe der Tafel gute und funktionale räumliche Voraussetzungen zu schaffen. Die bestehende Gebäudestruktur und Erschließung wurden weitgehend erhalten und mit gezielten Eingriffen an die besonderen Anforderungen des Tafelbetriebs angepasst. Eine neue Raumaufteilung gliedert die Fläche in die erforderlichen Bereiche für Anlieferung, Lagerung, Kühlung, Vorbereitung und Ausgabe und schafft damit klare und effiziente Betriebsabläufe.

Auch das Untergeschoss wurde in das Nutzungskonzept einbezogen. Der vorhandene Aufzugsschacht konnte für den Einbau eines neuen Lastenaufzugs genutzt werden, der die Lagerflächen im Keller direkt mit den Betriebsräumen im Erdgeschoss verbindet. Auf diese Weise konnte die bestehende Bausubstanz gezielt weiterentwickelt werden, ohne umfangreiche Eingriffe in das Gebäude vorzunehmen.

Bewahren, Entwickeln, Anpassen  

Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts war die Weiterverwendung des vorhandenen Gebäudes. Die Umnutzung erfolgte vollständig innerhalb des bestehenden Gebäudegrundrisses und ohne zusätzlichen Flächenverbrauch. Bestehende Strukturen, Erschließungen und Außenflächen konnten weitergenutzt und mit gezielten Maßnahmen an die neue Aufgabe angepasst werden. Die erforderlichen Pkw- und Fahrradstellplätze für die Tafel wurden in die bestehende Situation integriert.

Die funktional besonders beanspruchten Bereiche erhielten robuste und pflegeleichte Materialien. Anlieferungs-, Lager- und Vorbereitungsräume wurden mit geeigneten Bodenbelägen ausgestattet, die Sanitärräume modernisiert und im Personalraum eine neue Teeküche eingerichtet. Neue Fensterflächen verbessern die natürliche Belichtung und Belüftung der Arbeits- und Aufenthaltsbereiche.

Auch die technische Infrastruktur wurde auf die neue Nutzung abgestimmt. Die bestehende Pluskühlzelle wurde erneuert und das zugehörige Kältegerät im Untergeschoss angeordnet. Die räumliche Trennung der Kältetechnik reduziert mögliche Geräuschbelastungen für die angrenzenden Wohnbereiche und berücksichtigt damit auch die Interessen der Nachbarschaft.

Weiterbauen statt neu bauen  

Die Umnutzung zeigt, welches Potenzial in der Weiterverwendung vorhandener Gebäude liegt. Durch die Nutzung einer bereits bestehenden Ladenfläche konnte die neue soziale Einrichtung ohne einen zusätzlichen Baukörper und ohne zusätzliche Flächeninanspruchnahme realisiert werden. Die bestehende Infrastruktur und Erschließung konnten ebenfalls weiter genutzt und an die neue Aufgabe angepasst werden.

Die Maßnahme steht damit beispielhaft für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Gebäudebestand: Nicht der Neubau, sondern die Anpassung und Weiterentwicklung des Vorhandenen bildete die Grundlage für die Realisierung.

So wurde aus einer Gewerbefläche ein Ort der Begegnung, der Unterstützung und der praktischen Hilfe. Die Architektur tritt dabei bewusst in den Hintergrund: Sie schafft den Rahmen für eine gemeinnützige Nutzung, die im Mittelpunkt des Projekts steht und gute Rahmenbedingungen für ehrenamtliches und soziales Engagement schafft.

 

Planungszeitraum 2024 - 2026
Leistungsphasen 1 – 8
Bauzeit 2025 - 2026
Nutzfläche ca. 385 m²